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Wir fassen Technik in Worte

Sportwagen Melkus RS 2000 bei CSI zu Gast

Melkus Sportwagen vor CSI Gebäude Geschäftsführer beider Firmen,  Herr Melkus und Herr Langenhan
Er ist tiefer, breiter, schneller als seine Vorfahren - und wer mit der Sportwagenlegende Melkus richtig umgehen will, der wird sich in Zukunft erst einmal Lektüre aus Ilmenau zu Gemüte führen. Ilmenau. Das Unternehmen "Computer System Ilmenau" (CSI) hat für den RS 2000 das Fahrerhandbuch konzipiert und erstellt. Redakteur Ulf Heinemann hat dafür als einer der ersten im neuesten Modell aus der Dresdner Sportwagenschmiede Platz genommen und sich den Renner erklären lassen. "Das ist ein besonderes Gefühl, etwas in der Hand zu haben, bevor es auf dem Markt ist", beschreibt Ulf Heinemann. Begehrt sind solche Aufträge, weiß Uwe Scheffler, bei CSI für den Vertrieb zuständig.

Dass die Ilmenauer Firma bereits das Handbuch für den Apollo von Gumpert bearbeitete, hat freilich eine Tür geöffnet. Wer mit solchen hochkarätigen Fahrzeugen zu tun hat, der entwickelt schnell eine Faszination jenseits des Auftrages für eine Dokumentation. Uwe Scheffler kann sich gut an seine Mitfahrt im Apollo erinnern. "Das kann man gar nicht beschreiben. Da wirkt eine brachiale Gewalt", erzählt er. Die lässt sich nur erahnen, als gestern Firmenchef Sepp Melkus und der kaufmännische Geschäftsführer Jonathan Franke den Prototyp des RS 2000 mit fauchenden Röhren vom Anhänger fahren. Die Männer sind zu Testfahrten in der Region unterwegs und haben zuvor den CSI-Mitarbeitern in Ilmenau einen Eindruck von dem verschafft, was in der sächsischen Landeshauptstadt in Handarbeit gefertigt wird.

Angetrieben wird der neue Melkus von einem Mittelmotor aus dem Hause Audi. Das 2,0-Liter-Turbo-Triebwerk bringt maximal 375 Pferdestärken auf die Straße und katapultiert seinen Fahrer in unter vier Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Dass sich der RS 2000 damit nicht vor der Konkurrenz verstecken muss, liegt an der Leichtbauweise der Karosserie. Eine Mischung aus Kunststoff und Glasfaser sorgt für ein vergleichsweise geringes Gewicht von 975 Kilogramm. Wer den Melkus nicht in Rennmanier um die Ecken peitscht, der komme sogar mit einem Durchschnittsverbrauch von zehn Litern auf 100 Kilometer hin, versichert der kaufmännische Leiter. Von solchen Parametern abgesehen, kann das Fahrzeug in allen Farben und in jeder beliebigen Innenausstattung bestellt werden. Los geht es ab 99 900 Euro, "nach oben offen", sagt Jonathan Franke mit einem Schmunzeln. Höchstens 25 Exemplare des RS 2000 verlassen im Jahr das Werk der Sportwagen GmbH, "mehr als 1000 Fahrzeuge wird es nicht geben", sagt Sepp Melkus. Drei Ausgaben des Sportflitzers wurden bereits in China geordert und die Märkte in Indien oder Südosteuropa hat die Geschäftsleitung fest im Blick. Auch Liebhaber des ursprünglichen Melkus, dem RS 1000, können die Mitarbeiter der Sportwagen GmbH noch bedienen. "Es gibt sehr viele Anfragen", berichten die Autobauer. Zwar werde das Original nicht nachgebaut. Eine komplette Restaurierung aber ist möglich. Von den DDR-Sportwagen sind noch 101 Exemplare unterwegs, weiß Sepp Melkus, dessen Großvater Heinz Melkus den Sportwagen in den 60-er Jahren konstruierte und einen leistungsgesteigerten Wartburg-Motor einsetzte. Für die CSI ist der Auftrag indes einer der besonderen Sorte gewesen. Das Unternehmen fertigt sonst technische Dokumentationen über Maschinen aller Art, medizinische und auch militärische Einrichtungen an, beschreibt Geschäftsführer Heiko Langenhan. (Quelle: Thüringer Allgemeine 23.09.11)

 

 
 

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